Article • Mai 5, 2024

Bin ich eine schlechte Führungskraft? 10 Anzeichen dafür, dass Sie an Ihren Führungsqualitäten arbeiten müssen

Signs of a bad manager hero

Es gibt wohl kaum jemanden, der nicht mindestens eine Geschichte über einen unfähigen Vorgesetzten zu erzählen hat. Wahrscheinlich denken auch Sie sofort an eine ganz bestimmte Person. Wirksame Führungskompetenz ist für jedes erfolgreiche Unternehmen von zentraler Bedeutung. Leadership-Guru Simon Sinek drückt es so aus: „Gute Führungskräfte sind genauso wichtig wie gute Eltern.“

Falls Sie sich fragen, ob Sie als Führungskraft versagen, ist diese Selbsterkenntnis bereits ein wichtiger erster Schritt. Dieser Artikel beschreibt 10 Merkmale einer schlechten Führungskraft und skizziert, was Sie dagegen tun können. Und wenn Sie regulär beschäftigt sind, können Sie diese Anzeichen auch als Indiz dafür deuten, dass Ihr Chef oder Ihre Chefin Sie nicht besonders mag.

Das macht eine gute Führungskraft aus

Bevor wir uns mit einzelnen Verbesserungsmöglichkeiten befassen, sollten wir uns zunächst überlegen, was genau wir erreichen wollen. Exzellente Führungskräfte schaffen starkes Engagement, steigern die Leistung und fördern von oben ein hervorragendes Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Sie investieren Zeit in Mentoring und Coaching, damit ihre Teams erfolgreich sind, gründen Beziehungen auf Vertrauen und schaffen ein Umfeld, in dem Menschen ihr wahres Ich zeigen und Bedenken offen ansprechen können. Gleichzeitig sorgen sie dort, wo es nötig ist, für Disziplin.

Fehlende Führungskompetenz kann den Unternehmenserfolg untergraben, aber zum Glück kann man gute Führung lernen. Allerdings tun sich viele damit schwer, eigene Lücken zu erkennen. Deshalb finden Sie hier 10 Anzeichen schlechter Führungskräfte, auf die Sie achten sollten. Sobald Sie herausgefunden haben, wo es bei Ihnen hakt, sprechen Sie mit Ihrem oder Ihrer Vorgesetzten oder der Personalabteilung über Schulungsmöglichkeiten.

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4 Anzeichen dafür, dass schlechte Führungskräfte nicht wirkungsvoll kommunizieren

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über typische Anzeichen schlechten Führungsstils, auf die Sie achten sollten, wenn Sie Ihr Verhalten und Ihre Führungsqualitäten reflektieren.

1. Gegenseitiges Feedback findet nicht statt

Wenn Sie sich fragen, ob Sie eine schlechte Führungskraft sind, nehmen Sie zunächst Ihre Kommunikation unter die Lupe. Sagen Ihnen die Leute, wann sie etwas anderes brauchen, oder handelt es sich beim Feedback immer um eine Einbahnstraße, wo sich alles darum dreht, was nicht geklappt hat?

Starke Führungskräfte schaffen regelmäßig Raum für Dialog. Sie nutzen Check-Ins und Leistungsbeurteilungen, um ihre Untergebenen zu fördern, und bitten auch ihrerseits um Feedback zum eigenen Vorgehen, das sie dann anhand des Erfahrenen anpassen. Der erste Schritt ist ganz leicht: Fragen Sie Ihr Team, wie der Stand der Dinge ist und was Ihre Vorgehensweise effektiver machen würde.

2. Einer schlechten Führungskraft mangelt es an Konsequenz

Legen Sie immer dieselben Maßstäbe an, oder ändern sich die Erwartungen von Projekt zu Projekt?

Inkonsequenz gehört zu den deutlichsten Anzeichen schlechter Führungskräfte. Mitarbeitende verlangen von ihren Vorgesetzten Klarheit, doch schlechte Führungskräfte machen genau dies schwierig. Solche Führungskräfte wünschen sich bei einem Projekt detaillierte Informationen, beim nächsten hingegen nur eine Zusammenfassung. So wissen die Beschäftigten nie, woran sie sind. Die Ursache liegt meist in schlechter Kommunikation, bei der vage Ziele und unklare Erwartungen Mitarbeitende im Ungewissen lassen.

Sorgen Sie für Beständigkeit in allem, was Sie tun: bei der Erfüllung Ihrer Aufgaben, in Ihrer Kommunikation und im Umgang mit Ihrem Team.

3. Ihre Mitarbeitenden werden von Ihnen nicht ermutigt

Menschen schätzen Anerkennung, und wenn diese fehlt, macht sich das schnell bemerkbar. Wie Menschen Anerkennung am liebsten erhalten, kann unterschiedlich sein, aber über Lob für gute Arbeit freut sich jeder. Wenn Sie Ihre Belegschaft nicht motivieren, ist dies ein deutliches Zeichen für mangelnde Führungsqualitäten.

Laut der Deloitte-Studie „High Impact Rewards“ ist Anerkennung „sowohl zu einem Wettbewerbsvorteil als auch zu einem Indikator für den Reifegrad von Anreizsystemen geworden“. Wenn Ihr Team sich schwer tut, fragen Sie sich, wann Sie es zuletzt angespornt haben.

Investieren Sie aktiv in die individuellen Ziele besonders ehrgeiziger Teammitglieder. Bieten Sie ihnen Orientierung und geben Sie ihnen Raum, um Fähigkeiten zu entwickeln, die ihnen wichtig sind. So signalisieren Sie, dass Ihnen ihre Entwicklung am Herzen liegt und Sie sie ernst nehmen.

4. Bei schlechten Führungskräften ist die Fluktuation höher

Die Aussage „Menschen kündigen nicht ihren Job, sondern ihren Vorgesetzten“ hat aus gutem Grund nichts von ihrer Gültigkeit verloren. Laut dem Retention Report 2025 des Work Institute haben Führungskräfte erheblichen Einfluss auf die Mitarbeiterbindung, doch nur 26 % der leitenden Personalverantwortlichen stimmen der Aussage, dass Führungskräfte Mitarbeitende erfolgreich an das Unternehmen binden, grundsätzlich oder sogar uneingeschränkt zu. Wenn sich bestimmte Fluktuationsmuster ständig wiederholen, ist das eines der klarsten Anzeichen für eine schlechte Führungskraft.

Regelmäßige Check-Ins bringen Probleme früher ans Licht. Selbst wenn sie das Problem nicht auf Anhieb lösen, sorgen sie zumindest für Klarheit.

3 Anzeichen dafür, dass eine schlechte Führungskraft das Mitarbeiterengagement untergräbt

Kommunikation allein reicht zur Aufrechterhaltung der Leistung nicht aus. Vielmehr entscheidet das Engagement darüber, ob Mitarbeitende bereit sind, sich bei ihrer Arbeit wirklich einzubringen.

5. Eines der offensichtlichsten Anzeichen einer schlechten Führungskraft: Mikromanagement

Kontrolle wird dann zum Problem, wenn sie Vertrauen ersetzt. Mikromanagement äußert sich häufig in der Forderung nach ständigen Statusmeldungen und unnötiger Einmischung in Detailfragen. Die Arbeit wird ausgebremst, und Entscheidungen werden an Sie zurückverlagert, weil sich die Mitarbeitenden beobachtet statt ernst genommen fühlen. Es erfordert Disziplin, sich zurückzuhalten: Sie müssen darauf vertrauen, dass Ihre Belegschaft ihre Arbeit auch ohne ständige Kontrolle erledigt.

6. Schlechte Führungskräfte zeigen Bevorzugung

Es ist völlig in Ordnung, seine Kolleginnen und Kollegen zu mögen, aber als Führungskraft ist es wichtig, persönliche Vorlieben von beruflichen Entscheidungen zu trennen.

Bevorzugung ist eines der klassischen Anzeichen für schlechtes Management. Wenn Chancen oder flexible Arbeitsbedingungen ungleich verteilt werden, verlieren andere schnell das Interesse. Fairness bedeutet nicht, alle Untergebenen identisch zu behandeln. Konsistente, transparente Entscheidungen schaffen Vertrauen im gesamten Team, und der Aufbau engerer Beziehungen sowie die Förderung gemeinsamer Erfahrungen stärken das soziale Wohlbefinden.

7. Sie sind unfähig zu delegieren

Oft wechseln Menschen ins Management, nachdem sie in einer bestimmten Rolle erfolgreich waren, und dieser Übergang kann schwierig sein. Eines der deutlichsten Anzeichen für schlechtes Management ist es, alle Fäden selbst in der Hand behalten zu wollen, statt Zuständigkeiten zu übertragen. Nehmen Sie Abstand von der Arbeit und lassen Sie Ihr Team Verantwortung übernehmen.

Delegation vollzieht sich Schritt für Schritt. Beginnen Sie in kleinerem Rahmen und beschränken Sie Ihren Einsatz. Geben Sie zielgerichtetes Feedback, sobald die Aufgabe abgeschlossen ist. Mit der Zeit wachsen Verantwortungsbewusstsein und Selbstvertrauen.

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3 Führungskompetenzen, die schlechte Führungskräfte übersehen

8. Geringes Wohlbefinden der Mitarbeitenden ist ein Zeichen für schlechte Führung

Führungskräfte, die sich ausschließlich auf Ergebnisse konzentrieren, übersehen oft die Voraussetzungen, die für deren Nachhaltigkeit erforderlich sind. Als Führungskraft hat man eine Fürsorgepflicht, die über das reine Erledigen von Aufgaben hinausgeht, und selbst wenn die richtigen Fragen gestellt werden, ist es schwierig, Stress am Arbeitsplatz zu bewältigen. Ohne ein solches Fundament nimmt der Druck mit der Zeit immer weiter zu.

Studien zeigen, dass die Priorisierung von Wohlbefinden die Resilienz stärken und die Leistungsfähigkeit steigern kann, und dieser Wandel beginnt mit Achtsamkeit. Im Mittelpunkt von Gesprächen sollte weniger die Aufgabe, sondern vor allem der Mensch stehen.

9. Gute Führungskräfte schätzen Flexibilität; schlechte Führungskräfte schränken sie ein

Dieser Aspekt hängt mit Wohlbefinden und Mikromanagement zusammen: Viele schlechte Führungskräfte sind davon überzeugt, mehr Leistung aus ihren Untergebenen herausholen zu können, wenn sie sie wie Maschinen behandeln und jeden ihrer Schritte kontrollieren. Das stimmt aber nicht.

Ein Team, das in starren Rollen feststeckt und keine Entwicklungsmöglichkeiten hat, ist ein weiteres Kennzeichen mangelnder Führungskompetenz. Flexibilität ermöglicht es Menschen, unterschiedliche Verpflichtungen unter einen Hut zu bekommen und gleichzeitig leistungsfähig zu bleiben. Sie zeigt sich in alltäglichen Entscheidungen, wie etwa der Einplanung von Zeit für Arzttermine oder dem Angebot von Telearbeitsmöglichkeiten. Dieses Prinzip gilt auch für die Personalentwicklung, wo der berufliche Aufstieg vom Können abhängt; in der Praxis lässt sich so das Beste aus Ihrem Team herausholen.

10. Schlechte Führungskräfte gehen nicht mit gutem Beispiel voran

Glaubwürdigkeit entsteht durch die Stimmigkeit zwischen dem, was man sagt, und dem, was man tut. Führungskräfte, die auf Autorität setzen, ohne entsprechend zu handeln, verlieren schnell Vertrauen, und genau diese Diskrepanz ist eines der deutlichsten Merkmale einer schlechten Führungskraft.

Mit gutem Beispiel voranzugehen erfordert Transparenz, sei es, dass man offen darüber spricht, wenn etwas nicht nach Plan läuft, oder sein Team in neue Initiativen einbezieht. Offen über Herausforderungen zu sprechen, macht außerdem deutlich, dass Wachstum auf jeder Ebene erwartet wird.

Was ist Ihr nächster Schritt?

Personalführung ist eine komplexe Angelegenheit, und niemand macht dabei immer alles richtig. Verbesserungen ergeben sich aus konsequenten Veränderungen in der Führungsweise.

Wenn Sie sich in den beschriebenen Verhaltensweisen schlechter Führungskräfte wiedererkennen, ist es Zeit zu handeln. Gehen Sie Bereiche an, die besonders herausstechen, probieren Sie neue Ansätze aus und bauen Sie darauf auf. Wenn Sie weitere Informationen zu den Symptomen schlechten Führungsstils und zu praktischen Verbesserungsmöglichkeiten wünschen, laden Sie unseren Leitfaden „So führen Sie Ihr Team besser“ herunter.

Dieser Artikel wurde erstmals am 5. Mai 2024 veröffentlicht und seitdem aktualisiert.

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