Wenn ein Teammitglied ein Gespräch über eine Gehaltserhöhung anfragt, bietet sich die Chance, einen Austausch zu führen, der über das reine Gehalt hinausgeht. Häufig steht dahinter auch der Wunsch nach mehr Anerkennung für die geleistete Arbeit. Trotzdem bleibt die finanzielle Vergütung ein zentraler Faktor. Hat sich jemand als unverzichtbarer Teil des Teams bewährt, ist es nur fair, diese Anfrage ernsthaft zu prüfen. Hier sind 10 Fragen, die Sie in einem Gehaltsgespräch stellen können, um die Gründe für die Gehaltsanpassung besser zu verstehen.
Warum Gehaltsgespräche wichtig sind
In der Vergangenheit mussten Mitarbeitende oft selbst aktiv werden, wenn sie eine Gehaltserhöhung wollten. Doch viele zögern, weil sie befürchten, ihre Karrierechancen zu gefährden, oder weil sie glauben, ihre Chancen stünden schlecht.
Besonders betroffen sind dabei bestimmte Gruppen, wie etwa Frauen, was zum Geschlechtergefälle bei den Gehältern beiträgt. Eine Studie von CV-Library unter 1.200 Arbeitnehmer:innen in Großbritannien ergab, dass 64 % der Männer sich wohl dabei fühlten, nach einer Gehaltserhöhung zu fragen – im Vergleich zu nur 43 % der Frauen. Tatsächlich hatten 55 % der Frauen noch nie eine Gehaltserhöhung gefordert. Und selbst wenn sie es taten, fiel die Erhöhung im Durchschnitt geringer aus als bei Männern.
Richten Sie formale Gehaltsgespräche ein
Ein strukturierter Prozess für Gehaltsgespräche kann diese zugänglicher machen. Es legitimiert den Wunsch der Mitarbeitenden nach besserer Vergütung und gestaltet das Gespräch als offenen Austausch, nicht als Verhör.
Zensai bietet automatisierte Gesprächsvorlagen, die auf regelmäßigen Mitarbeiter-Check-ins und 360°-Feedback basieren. Dies sorgt für einen klaren Ablauf, der durch Best Practices für Leistungsgespräche gestützt wird. Bevor es jedoch so weit ist, sollten Sie die richtigen Fragen vorbereiten.
Die 10 besten Fragen für ein Gehaltsgespräch
1. Wie bewerten Sie Ihre eigene Performance?
Ein Gehaltsgespräch ähnelt einem Leistungsgespräch: Beide Seiten müssen sich darauf einigen, was fair ist. Dazu ist es wichtig, ein gemeinsames Verständnis für die Performance des Mitarbeitenden zu entwickeln. Diese Frage eröffnet den Raum für weitere Gespräche über konkrete Erfolge und Herausforderungen.
2. Welche Weiterbildungen haben Sie absolviert, die eine Gehaltserhöhung unterstützen?
Mitarbeitende sind eine Investition für das Unternehmen. Weiterbildung und Spezialisierung steigern den Wert eines Teammitglieds. Auch wenn Mitarbeitende ihre Gehaltsforderung nicht immer direkt begründen können, sollten Führungskräfte sie dabei unterstützen, ihre Performance klar darzustellen.
3. Wie schätzen Sie Ihr aktuelles Wohlbefinden ein?
Das Wohlbefinden von Mitarbeitenden ist heute ein zentraler Faktor. Stress im Job kann die physische und psychische Gesundheit stark beeinträchtigen. Allein im letzten Jahr verzeichnete die britische Arbeitsschutzbehörde (HSE) 822.000 Fälle von arbeitsbedingtem Stress, Depressionen oder Angstzuständen. Das entspricht einer Prävalenzrate von 2.480 Fällen pro 100.000 Beschäftigte. Nutzen Sie diese Frage als Ausgangspunkt für ein tiefergehendes Gespräch. Denken Sie dabei an Aspekte wie mentale Gesundheit, körperliches Wohlbefinden und soziale Verbundenheit.
4. Bietet Ihnen diese Position ausreichende finanzielle Sicherheit?
Finanzielle Sorgen können ein wesentlicher Grund für Gehaltsgespräche sein. Falls dies bei mehreren Mitarbeitenden ein Thema ist, sollten Sie die Vergütung im gesamten Unternehmen überprüfen. Doch Vorsicht: Beschäftigte sind nicht verpflichtet, ihre finanzielle Situation offenzulegen, und könnten zögern, darüber zu sprechen.
5. Gibt es etwas an Ihrer Rolle, das Sie ändern würden?
Manchmal signalisiert die Bitte um ein Gehaltsgespräch, dass es Aspekte im Job gibt, die belastend sind. Es kann kostengünstiger sein, diese Probleme gemeinsam zu lösen, anstatt riskieren, dass ein wertvolles Teammitglied das Unternehmen verlässt.
6. Nutzen Sie Ihre Stärken in Ihrer aktuellen Rolle optimal?
Nicht jede Performance spiegelt die eigentlichen Fähigkeiten einer Person wider. Eine stärkenorientierte Führung kann dabei helfen, Mitarbeitende besser zu unterstützen. Studien zeigen, dass ein stärkenbasierter Ansatz die Leistung signifikant steigert.
7. Was war bisher Ihre größte Herausforderung?
Diese Frage ist eine wertschätzende Alternative zu den üblichen „Was ist Ihre größte Schwäche?“-Fragen. Sie erlaubt es dem:der Mitarbeitenden, Herausforderungen und ihre Lösungsansätze zu reflektieren.
8. Haben Sie alles, was Sie für Ihre Arbeit brauchen?
Ob veraltete Software oder fehlende Ressourcen – ineffiziente Arbeitsmittel können die Performance beeinträchtigen und Stress verursachen. Diese Frage bietet eine Gelegenheit, gemeinsam Lösungen zu finden.
9. Gibt es andere Vorteile, die Ihre Erfahrung verbessern könnten?
Zusatzleistungen sind kein Ersatz für eine faire Bezahlung, können aber eine wichtige Ergänzung sein. Flexible Arbeitszeiten, Gesundheitsleistungen oder ein Firmenwagen sind nur einige Beispiele, die das Leben Ihrer Mitarbeitenden erleichtern könnten.
10. Welche Gehaltserwartungen haben Sie aktuell?
Am Ende eines Gehaltsgesprächs sollten Sie die konkreten Erwartungen des:der Mitarbeitenden besprechen. Diese Frage hilft, die Verhandlung auf eine realistische Basis zu stellen. Als Führungskraft sollten Sie vorbereitet sein, den finanziellen Spielraum des Unternehmens klar darzulegen.
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