Sie haben es also bis ans Ende Ihrer Probezeit geschafft. Oder fast zumindest. Alles, was Ihnen auf dem Weg zum Supertalent jetzt noch im Wege steht, ist das oft gefürchtete Gespräch am Ende der Probezeit. Das kann sich durchaus wie ein Sprung ins kalte Wasser anfühlen. Je nachdem, wie lang Ihre Probezeit ist, fühlen Sie sich vielleicht immer noch wie ein Frischling, der doch gerade erst damit anfängt, sich zurechtzufinden. Wie also bereiten Sie sich auf Ihr Probezeitgespräch vor? Das ist Ihre erste kleine Performancerückschau mit dem Chef oder der Chefin. Also wollen Sie die Sache perfekt meistern!

Das Probezeitgespräch ist der letzte Brocken, den Sie aus dem Weg räumen müssen, bevor Sie endgültig das gute Gefühl eines sicheren Arbeitsplatzes genießen können. Damit Sie sich besser auf Ihr Probezeitgespräch vorbereiten können, haben wir einige nützliche Tipps für Sie zusammengetragen. Diese werden dafür sorgen, dass Sie ruhig und gelassen bleiben und das Gespräch souverän über die Bühne bringen.

Lesen Sie die Stellenbeschreibung

Vor Ihrem Probezeitgespräch sollten Sie sich unbedingt noch einmal die Stellenbeschreibung durchlesen. Dadurch bekommen Sie eine bessere Vorstellung davon, was Ihr:e Manager:in während des Gesprächs eventuell von Ihnen wissen will.

Markieren Sie beim Durchlesen der Beschreibung die meistverwendeten Begriffe oder Aspekte. Überlegen Sie dann, wie Sie wohl bei diesen Punkten abgeschnitten haben. Wie erfüllen Sie die Jobkriterien? Welche Erfahrungen haben Sie bislang mit diesen Aspekten der Tätigkeit gemacht?

Auf diese Weise erhalten Sie eine aussagekräftige Liste mit Punkten, die Sie im Probezeitgespräch mit Ihrem oder Ihrer Vorgesetzten durchsprechen können. Außerdem haben Sie bereits zu Beginn des Gesprächs eine genauere Vorstellung davon, wie Sie in Ihrer Rolle bewertet werden.

Vielleicht entdecken Sie sogar einige eklatante Diskrepanzen zwischen der Stellenbeschreibung und Ihren Erfahrungen. Notieren Sie sich, falls Sie während des Gesprächs Fragen zu diesem Thema stellen möchten.

Blicken Sie auf Ihre Arbeit zurück, wenn Sie sich auf das Probezeitgespräch vorbereiten

Nachdem Sie die Stellenbeschreibung noch einmal gelesen haben, sollten Sie im nächsten Schritt zur Vorbereitung auf das anstehende Gespräch Ihre Arbeit gedanklich durchgehen.

Konzentrieren Sie sich dabei auf drei zentrale Fragen, die fast immer in einem Probezeitgespräch gestellt werden:

  • Was hat Ihnen bei Ihrer Arbeit am meisten Freude bereitet?
  • Gibt es etwas, das Ihnen überhaupt nicht gefallen hat?
  • Was haben Sie bislang gelernt?

Überlegen Sie auch, ob es etwas gibt, woran Sie gerne gearbeitet hätten, was Sie aber noch nicht getan haben. Zwar empfehlen wir nicht, jede einzelne Arbeitsaufgabe zu ausführlich unter die Lupe zu nehmen, aber Sie sollten dennoch über die Herausforderungen nachdenken, mit denen Sie bei Ihrer Arbeit konfrontiert waren. Überlegen Sie sich auch mögliche Lösungen für den Fall, dass diese noch einmal auftauchen.

Wenn Ihr Unternehmen Mitarbeiter-Check-Ins oder ähnliche Tools einsetzt, um Ihnen das Kommunizieren Ihrer Erfahrungen und Ihres Feedbacks zu erleichtern, könnte es sich lohnen, Ihre jüngsten Updates zu überprüfen.

Sprechen Sie mit den Kolleg:innen

Es empfiehlt sich immer, andere Menschen nach ihrer Meinung zu fragen – vor allem, wenn es um Ihre Arbeitsleistung geht. Wir neigen oft zu einem verstellten Blick auf unsere eigene Performance, weshalb eine frische Perspektive immer nützlich ist.

Ihre Kolleg:innen und Mitarbeitenden werden wahrscheinlich eine Menge darüber zu sagen haben, wie Sie auf sie wirken, wie Sie arbeiten und wie Kooperation und Kommunikation mit ihnen ablaufen. Bitten Sie die Kolleg:innen um Feedback. Sie gewinnen so ein umfassenderes Bild Ihrer selbst und erhalten wahrscheinlich auch eine Ahnung davon, was Ihr:e Manager:in sagen könnte.

Seien Sie darauf vorbereitet, dass Sie beim Einholen von Feedback vielleicht die eine oder andere kritische Bemerkung hören. Diese ist in der Regel vorrangig dazu gedacht, Sie weiterzubringen. Betrachten Sie solche Äußerungen als die wertvollen und wichtigen Rückmeldungen, als die sie gedacht sind. Nehmen Sie das Gesagte nicht persönlich.

360-Grad-Feedback ist hierfür ein sehr nützliches Instrument. Fragen Sie Ihre:n Manager:in, ob es im Unternehmen ein Tool gibt, mit dem solche Daten gesammelt werden können.

Blicken Sie zurück auf das während der Probezeit Gelernte

Außerdem sollten Sie die Vorbereitungszeit auf das Probezeitgespräch nutzen, um darüber nachzudenken, was Sie in Ihrer aktuellen Position gelernt haben, und dies möglicherweise mit Ihren Kolleg:innen zu besprechen.

Notieren Sie alle Schulungen, die Ihnen zugutegekommen sind, und bereiten Sie sich darauf vor, Ihrem oder Ihrer Vorgesetzten die Gründe dafür zu nennen. An dieser Stelle wird das Probezeitgespräch produktiver, denn Sie reden darüber, wie Sie sich gerne fortbilden würden und was für Informationen Sie brauchen.

Überlegen Sie auch, wie gut Sie sich in die Unternehmensabläufe und IT-Systeme eingearbeitet haben und in die Unternehmenskultur eingetaucht sind. Dadurch, dass Sie über das Gelernte sprechen, demonstrieren Sie auch Ihren zunehmenden Wert für das Unternehmen.

Überlegen Sie, ob die Tätigkeit Ihre Erwartungen erfüllt hat

Wir empfehlen Ihnen, im Rahmen des Probezeitgesprächs zu erörtern, ob die Stelle Ihre Erwartungen erfüllt hat. Bei der Vorbereitung auf das Gespräch sollten Sie sich also darüber Gedanken machen.

Wie haben Sie sich die Aufgabe vorgestellt, als Sie sie zum ersten Mal in Augenschein genommen haben? Wie sah das bei Ihrem Vorstellungsgespräch aus? An Ihrem ersten Arbeitstag? Und jetzt?

Sprechen Sie während des Feedbackgesprächs mit Ihrem oder Ihrer Manager:in darüber, ob Ihre Erwartungen erfüllt wurden oder nicht. Diese Informationen sind für Ihre:n Manager:in von entscheidender Bedeutung: Gute Manager:innen möchten, dass Sie sich mit ihnen abstimmen.

Sprechen Sie auch darüber, inwiefern die Tätigkeit Ihren beruflichen Vorstellungen entspricht. Seien Sie ehrlich. Sagen Sie Ihrem Gegenüber, ob Sie vielleicht mehr oder auch weniger erwartet haben. Auch hier sollte Ihr:e Vorgesetzte:r bei Bedarf in der Lage sein, Ihnen zu helfen.

So können Sie feststellen, wie gut die Dinge für Sie und das Unternehmen stehen. Außerdem kann, wenn Sie im Probezeitgespräch alle Bedenken und Probleme diplomatisch ansprechen, Ihr:e Vorgesetzte:r diese ggf. schnell ausräumen.

Versichern Sie sich, dass Sie angemessenes Feedback erhalten

Ihr Probezeitgespräch wird Ihnen mehr bringen, wenn Sie Feedback erhalten, das Ihnen wirklich weiterhilft. Überlegen Sie während der Vorbereitung, wo und wie Ihr:e Manager:in Sie unterstützen kann. Welche Ratschläge kann er oder sie Ihnen geben, die Sie weiterbringen? Wünschen Sie Feedback zu einem bestimmten Thema? Oder möchten Sie Feedback vielleicht auf eine bestimmte Art und Weise erhalten?

Bitten Sie Ihre:n Manager:in im Gespräch um eine Meinung zu einigen wichtigen Aspekten. Dazu gehören beispielsweise:

  • Wie gut Sie Ihre Aufgaben erfüllt haben und wo noch Verbesserungen möglich sind
  • Wie schnell es Ihnen gelungen ist, sich in Ihre Tätigkeit einzuarbeiten
  • Ob er bzw. sie bei Ihrer Arbeit Stolpersteine erkennt, die Sie vielleicht übersehen haben

Durch deutliches und umsetzbares Feedback beim Probezeitgespräch sind beide Parteien in der Lage, verbesserungswürdige Bereiche zu identifizieren. Sie erhalten außerdem einen besseren Überblick darüber, wie Ihr:e Vorgesetzte:r Ihre Eignung für die Stelle einschätzt.

Denken Sie ehrlich über diejenigen Gebiete nach, auf denen Sie Probleme haben

Niemand spricht gerne darüber, wo er mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Mit dem Probezeitgespräch erhalten Sie jedoch eine hervorragende Gelegenheit, Probleme im Keim zu ersticken und frühzeitig wertvolle Unterstützung zu erhalten.

Wenn Sie mit bestimmten Aspekten Ihrer Rolle nicht zurechtkommen, sollten Sie mit Ihrem oder Ihrer Vorgesetzten darüber sprechen. Wenn Sie sich also auf das Gespräch vorbereiten, sollten Sie sich Gedanken darüber machen, wo Sie Probleme hatten – sei es bei bestimmten Projekten, bei der Arbeitsbelastung oder womöglich auch bei der Orientierung auf dem Gelände.

Das Besprechen von Herausforderungen bewirkt zweierlei: Es trägt dazu bei, eine offene Beziehung zu Ihrem oder Ihrer Manager:in aufzubauen, und bietet Ihnen außerdem die Möglichkeit, um Unterstützung zu bitten.

Überlegen Sie sich, wo Sie etwas nicht richtig verstanden haben, und sagen Sie Ihrem oder Ihrer Manager:in, was Sie gerne noch einmal besprechen würden. Wenn Sie diesen Teil Ihrer Tätigkeit auf eine bestimmte Weise abändern möchten, sagen Sie es.

Verdeutlichen Sie, wie Sie sich innerhalb des Unternehmens weiterentwickeln möchten

Das Beste an einem Probezeitgespräch ist, dass Sie, sofern Sie einen gelungenen Einstieg in das Unternehmen hatten, einen Eindruck davon bekommen, wie Sie sich intern weiterentwickeln können.

Denken Sie also bei der Vorbereitung des Gesprächs auch an Ihre berufliche Fortentwicklung. Was wollen Sie in den kommenden sechs Monaten erreichen? Wo sehen Sie sich in zwei Jahren? Und in fünf? Wo auch immer Sie hin wollen, zeichnen Sie ein deutliches Bild davon, wie das aussehen könnte.

Von dort ausgehend sollte Ihr:e Vorgesetzte:r Ihnen helfen, einen Weg zu Ihrem übergeordneten Ziel zu finden und persönliche Ziele festzusetzen, die Sie erreichen müssen, um auf dem richtigen Weg zu bleiben.

Gehen Sie in Ihr Probezeitgespräch und genießen Sie es

Jeder weiß: Gute Vorbereitung ist bei jedem Vorhaben der Schlüssel zum Erfolg. Bei der Vorbereitung auf ein Probezeitgespräch ist es nicht anders.

Wenn Sie sich Gedanken dazu machen und gut planen, was Sie bei diesem Gespräch sagen und erörtern möchten, erzielen Sie den größtmöglichen Nutzen für sich selbst. Legen Sie die Schwerpunkte dabei auf die bisher geleistete Arbeit, Ihre nächsten Ziele und den Weg dorthin. Seien Sie offen und ehrlich gegenüber Ihrem oder Ihrer Vorgesetzten: Es ist sehr wahrscheinlich, dass Sie mehr Unterstützung erhalten, wenn er oder sie den Eindruck hat, dass Sie freimütig sprechen. Vor allem aber: Genießen Sie Ihr Probezeitgespräch. Und wie auch immer es ausgeht: Viel Glück für Ihre berufliche Laufbahn.